IIIZ+ ("drei Zett plus") wurde 2001 in Darmstadt gegründet. Es enstand aus dem muisikalischen Interessen und Leben von Jocelyn Clark, die alle drei Zithern beherrscht, und dem muikalischen Einfluß von Il-Ryun Chung, der ebenfalls in verschiedenen Musikkulturen seine Wurzeln besitzt. Die einzigartige Besetzung besteht aus einer Kombination der drei wichtigsten Wölbbrett-Zithern Ostasiens: Kayagûm (Korea), Koto (Japan), Zheng (China), "plus" koreanische Schlaginstrumente, hauptsächlich die sanduhrförmige Changgu  

Bekannt geworden durch Konzerte, welche die Grenzen der Instrumente herausfordern, betritt IIIZ+ mit seinem Programm Neuland und bietet überraschende Einblicke in musikalische und kulturelle Interaktionen zwischen China, Japan und Korea im Spannungsfeld von Amerika und Europa. Das erklärt sich auch aus den Biographien der Musiker, die ursprünglich aus den USA, Japan, Taiwan und Korea (bzw., Deutschland) stammen und alle eine andere Muttersprache haben. Die drei Zithern, die miteinander verwandt und gleichen Ursprungs sind, haben sich in ihren Ländern höchst unterschiedlich entwickelt und man kann während des Konzertes sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede der asiatischen Musikkulturen ausmachen, die auch auf die charakteristischen Eigenschaften der Menschen des jeweiligen Landes hinweisen.

IIIZ+ faßt sich nicht als Ost-West-Experiment auf, es ist vielmehr eine komplexere, nicht mehr zu entwirrende Einheit geworden, vollkommen organisch zusammenkommed, wie Flußwasser sich mit Meerwasser vereint, wie das arktische Chukchi Borderland oder der Drake-Passage, wo der atlantische und pazifische Ozean ineinander fließen. Im Ensemble findet das Aufeinandertreffen von Asien und Westen als allererstes im Leben der einzelnen Musiker statt. Diese Erfahrungen fließen natürlicherweise in die Musik und kreieren einen lebendigen, vollkommen neuen transnationalen Klang.

IIIZ+ konzertierte auf Festivals wie  Musica Vitale in Berlin (Germany), Le Festival de l’Imaginaire im Maison des Cultures du Monde in Paris (France), und dem 38e Rugissants in Grenoble (France); die Konzerttourneen führten es nach Toulouse (Franreich), Utrecht (Holland), Antwerpen (Belgien), Nürnberg, Darmstadt, New York, Boston, Philadelphia, Washington D.C., Berea (KY), and Middletown (CT) in den USA. 2005 erhielt das Ensemble zusammen mit dem Sinoamerikaner Fred Ho ein Stipendium von der „Meet the Composer“-Vereinigung für die Schaffung eines neuen Werkes für IIIZ+. 2006 gewährt die „Chamber Music Amerika“-Gesellschaft ein 2-wöchiges Aufenthalts-und Probenstipendium am Peabody Essex Museum Salem MA.

IIIZ+ 2006 Biographien:


Jocelyn Clark - (Kayagûm/Gründungsmitglied/Ensembleleiterin) – aufgewachsen in Juneau, Alaska, lernte als Kind die Instrumente Klavier, Klarinette und Oboe. Nach einem einjährigen Japanaufenthalt Beginn des Kotostudiums mit 18 Jahren an der Sawai-Koto-Akademie bei Yagi Michiyo, und später bei Maruta Miki an der Wesleyan University (CT). 1990-91 Studium der Zheng an der Nanjing Academy of Arts in China und  in New York bei Meisterin Wang Changyuan 1992-94 Studium der Kayagum in Seoul Korea durch ein Stipendium des National Classical Music Institute in Seoul bei YI Jiyeong und  JI Aeri und später bei “National Intangible Human Cultural Asset” KANG Jeongsuk. Durch weitere Stipendien, wie denen vom Harvard Korea Institute oder  Fulbright and Seonam Foundation Fellowships Vertiefung des Kayagumstudiums 1995 und 2000-2001. Uraufführung von mehr als 20 Werken für Kayagum und Koto. Auftritte als Solistin u.a. beim Jeonju-Sanjo-Festival, Opera Latenight in Nürnberg oder der Global Ear- Konzertreihe in Dresden. Mitbegründerin und Leiterin des Crosssound Music Festivals für neue Musik. 2005 Abschluß des Studiums in East Asian Languages and Civilizations an der Harvard-Universität mit dem Doktortitel.


Il-Ryun Chung - (koreanische Perkussion/Gründungsmitglied/musikalischer Leiter) geboren 1964 in Frankfurt am Main. 1967-71 Kindheitsjahre In Seoul/Korea. Seit 1971 wieder in Deutschland lebend. Autodidaktisches Gitarrenspiel mit 16 Jahren, später Studium der Gitarre und Komposition bei Carlo Domeniconi in Berlin. 1989-1995 Studium der Komposition bei Prof. Jolyon Brettingham-Smith an der Hochschule der Künste Berlin. 1994 Auszeichnung des Berliner Festivals für Gitarre und Kammermusik  für seine Komposition Movement in Circles II für Flöte und Gitarre. Begegnung mit dem koreanischen Meistertrommler Kim Duk-Soo mit entscheidendem Einfluß auf das rhythmische Empfinden. 2001 Kompostion eines Konzertes für SamulNori und Orchester. 2003 Komposition von Bendings für IIIZ+, das verschiedene koreanische Perkussions-instrumente mit einbezieht, sowie an koreanischer Rhythmik angelehnte Rhythmen verwendet. Viermaliger Preisträger der Berliner Kompositionsstipendien und -aufträge. Als Komponist und Interpret gleichermaßen aktiv, legt daher großen Wert auf enge Zusammenarbeit mit Interpreten, um die hohen technischen Anforderungen seiner Werke zu realisieren.


Ryuko MIZUTANI — (Koto) — aufgewachsen in Japan, lebt in Rochester, NY. Abschluß an der NHK (Japanese National Broadcasting Company) School for Performers of Traditional Japanese Instruments, Seit 1987 Studium de klassischen und modernen Kotomusik bei Meister Kazue und später Tadao SAWAI. Als Mitglied des Kazue Sawai Koto Ensemble Konzertreisen durch Europa, Sudasien und USA, Auftritt im Festival "Bang on a Can" (NYC). 1999 Stipendium des Japanese Government Overseas Study Program zum Studium von Jazz und moderner Musik bei Anthony Braxton und Alvin Lucier an der Wesleyan University (CT), Erforscht seither neue Spielmöglichkeiten und Klänge der Koto. Zusammenarbeit mit Komponisten, Interpreten und Künstlern aus aller Welt, regelmäßige Vergabe von Aufträgen für neue Werke für Koto. Auftritte und Lehrtätigkeit sowohl in Japan als auch in den USA..


Yi-Chieh LAI — (Zheng) — aufgewachsen in Taiwan. Klavierspiel seit jungen Jahren. Mit 12 Beginn des Zheng-Studiums bei I-Yü Ch'en and Hwei-Mei Lin. 1998-2002 Studium der Zheng bei Jui-Yü Wang and Li-Ch'iung Chang an der National Taiwan University of Arts. Vertiefung des Studiums in China bei Wang Zhou (Beijing), Ningxin Rao (Guangdong) und Manqin Zhao (Henan).

Als Solistin wie als mit Mitglied des China Found Music Workshop (2002-2005) in klassischer chinesischer wie zeitgenössischer Musik gleichermaßen beheimatet. Zusammenarbeit mit Komponisten zur Erweiterung des Repetoires und Erforschung neuer Spieltechniken. Studium der Musikwissenschaft an der Taipei National University of the Arts. Mitglied der Han Music Research Association, Guangdong, dem International Council for Traditional Music und der Society for Ethnomusicology, R.O.C.